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Geschichte


Das Gefallenendenkmal

Von 1197 bis 1648

In einer Urkunde von 1197 wird Farsleben zweifelsfrei erwähnt, denn in Urkunden von 946 und 1084 ist zweifelhaft, dass dort wirklich Farsleben aufgeführt ist. Die Schreibweise hat sich vielfach geändert. So kommen folgende Schreibweisen vor: Fadesleve, Vardesleve, Verdesleve, Vardesleben, Ferdensleve und seit 1785 Farsleben. Die Endung "leben" deutet auf eine alte Ortsgründung der Warnen (379-531) hin. Auch Bodenfunde belegen eine frühe Besiedlung des Dorfes. Das Kloster Ammensleben hatte 1197 ein Drittel des Dorfes, den Rest das Adelsgeschlecht von Elbeu. Die Nachfolger der Herren von Elbeu waren die von Irxleben und seit 1441 die von der Schulenburg. Am 21.August 1418 wurde Farsleben von altmärkischen Raubrittern ausgeraubt und in Brand gesteckt, wobei mehr als die Hälfte des Ortes abbrannte. Als der erzbisch. Amtmann ohne Erben blieb, erhielten die von der Schulenburg 1441 die Anwartschaft auf dies erzbisch. Lehnsgut. Im Jahre 1584 sind 22 Familien für Farsleben verzeichnet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Farsleben wiederholt von allen Kriegsparteien geplündert. Wegen seiner strategisch günstigen Lage lagerten auf dem Moortalberg des öfteren verschiedene Truppen. Im Jahre 1626 zog Tilly mit seinen Truppen nach Werben und belagerte dort vergeblich den Ort. Bei seinem Rückzug soll auf dem Moortalberg ein kaiserlicher General begraben worden sein. An diese Ereignisse erinnert das Wappen von Farsleben auf dem ein Soldat des Dreißigjährigen Krieges dargestellt ist.

1648 bis 1945

Durch den Dreißigjährigen Krieg war Farsleben wüst und es sollen nur 6 Farsleber diesen Krieg überlebt haben. Im Jahre 1655 wurde eine neue Kirche geweiht und durch spätere Veränderungen zeigt sich die Kirche seit 1750 in ihrer heutigen Gestalt. In einer Übersicht von 1785 werden für Farsleben 50 Feuerstellen angegeben und in einer Übersicht aus dem Jahre 1820 werden 250 Einwohner angegeben. Auch Farsleben wurde 1806 von französischen Truppen besetzt. In den Befreiungskriegen 1813/14 und 1815 nahmen aus Farsleben insgesamt 8 Männer teil. Am deutsch-dänischen Krieg 1864 war ein Farsleber beteiligt und am Krieg gegen Österreich 1866 waren es 12 Männer die beteiligt waren. Im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 waren 24 Männer beteiligt. Seit 1910 hatte Farsleben einen Bahnanschluss an der Kleinbahn Wolmirstedt-Colbitz, diese Strecke wurde aber im Jahre 1966 eingestellt. Im Ersten Weltkrieg mussten 22 Männer ihr Leben lassen. Im Jahre 1928 wurde auch in Farsleben eine Freiwillige Feuerwehr gegründet, aber schon seit 1888 existierte nachweislich in Farsleben eine Pflichtfeuerwehr. Zum Ende des Krieges kam vor Farsleben (am Moortalsee) ein Zug mit jüdischen Gefangenen zum stehen und entgingen so dem sicheren Tod. Trotz Hilfe von vielen Farsleber Bürgern starben viele an Typhus und Entkräftung. Auf dem Farsleber Friedhof fanden 32 jüdische Opfer ihre letzte Ruhe.

1945 bis heute

Eine Holztafel in der Farsleber Kirche erinnert an die vielen Opfer des Zweiten Weltkrieges. Im Jahre 1950 wurde in Farsleben ein neuer Schulbau errichtet (heute Gemeindeverwaltung). Farsleben wurde auch nach dem Krieg hauptsächlich durch die Landwirtschaft geprägt. So wurde 1954 eine LPG Typ III und 1957 eine LPG Typ I gegründet, die sich 1963 zusammenschlossen. Am Ortsrand nach Wolmirstedt entstand im Jahre 1965 eine Milchvieh- und Schweinezuchtanlage. Die Feuerwehr erhielt im Jahr 1960 ein neues Gerätehaus und für die Farsleber Bürger wurde 1975 eine Kegelbahn errichtet. Durch den Bau des Kalibetriebes Zielitz erhielt auch Farsleben eine neue Durchgangsstraße Seit 1970 verschlechterten sich die Schäden an der Kirche so das sie 1985 geschlossen werden musste. Erst nach der Wiedervereinigung wurde die Instandsetzung der Kirche in Angriff genommen, so das 1997der erste Gottesdienst abgehalten werden konnte.